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Der gARTen als HORTUS?

 

 

Ertragszone

Die Ertragszone ist die am intensivsten im gARTen bewirtschaftete. Der Anbau von mehrjährigen Nutzpflanzen und -gehölzen soll die Arbeit im gARTen gering halten. Dabei müssen diese möglichst schattenverträglich sein und sauren Boden tolerieren. Ausserdem müssen die Nutzbeete im gARTen zusammen mit den Skulpturen ganzjährig ein schönes Gesamtbild ergeben.

 

Und die Sonnenhungrigen teilen sich den begrenzten Platz in den Töpfen und Hochbeeten mit vielen Kleinskulpturen. 

 

Noch sind die mediterranen Kräuter, Feige, Pfirsichbäumchen, Indianerbanane, Karamellbeere, Dreiblattzitrone & Co im Winterschlaf. Im Sommer bekommen Sie Gesellschaft von Paprika, Chilli und Tomaten, die die geschützten Stellen an der Hauswand lieben. Sowohl die Pflanzen als auch die Skulpturen profitieren dann von einer Unterpflanzung aus einjährigen Kräutern und Blumen sowie kleinen Alliumarten und Erdbeeren. So bleibt die Erde stets bedeckt und trocknet nicht so schnell aus, Schädlinge werden abgewehrt und die Töpfe sehen ganzjährig schön aus.

 

Die Hochbeete sind gerade frisch abgeräumt, die Erde ist aufgefüllt und für die nächste Saison vorbereitet. In ein paar Wochen verschwinden die Olas zur Bewässerung zwischen Pflanzen und Skulpturen und die Regenwurmhotels unter Kräutertöpfen. Zusammen sorgen sie dafür, dass in den Hochbeeten gesunde Bedingungen für das Pflanzenwachstum herrschen.

 

Hotspotzone

Das klassische Hotspot Beet in einem HORTUS braucht viel Sonne und einen mageren Boden. Beides ist in unserem gARTen eher rar.

 

Die Südwand am Haus bekommt zwar nicht den ganzen Tag Sonne, ist aber dennoch ein Hotspot par excellence. Im Winter kann man noch die keramischen Reliefs bewundern. Doch schon im Frühjahr werden Sie von dem üppigen Bewuchs aus Rosen, Winterjasmin und Kletterhortensie geschluckt, der Lebensraum für Vögel und Insekten bietet. Hinter der Buchshecke verschwindet jedes Jahr die Laubausbeute der Terrasse. Dort ist es trocken und warm. In manchen Jahren sind dort ganze Igelfamilien anzutreffen. Im Dickicht des Winterjasmins Brüten im Frühling Rotkehlchen. Und hat die Rauchbrand Teekanne einen Sprung, wird sie zum Hotel für Höhlenbrüter umfunktioniert.

 

Daneben gibt es im Garten viele eher schattige Beete, wo Skulpturen zusammen mit Insektenfreundlichen Stauden und vielen Verstecken für Kröten, Schlangen, Insekten, ... möglichst in Ruhe gelassen werden. Geschnitten werden sie im Spätwinter und oft nach der Blüte oder im Spätsommer. Auf eine explizite Abmagerung des Bodens verzichten wir, damit die ortstypische Flora und Fauna erhalten bleibt.

 

Pufferzone

Die Pufferzone dient der Energieumverteilung. Mit anderen Worten, die organischen Materialien aus der Hotspotzone wie Schnittgut und Laub werden dort zwischengelagert. In unserem gARTen ist es nicht nur die klassische Kompostwirtschaft, sondern auch viel Laub, denn wir haben neben zahlreichen norddeutschen Klassikern Buche, Birke, Ahorn, Felsenbirne auch einige Seltenheiten wie Amberbäume, Stewartien und Hartriegel. Das zwischengelagerte Laub bietet im Winter zusammen mit den strukturgebenden Gehölzen einen perfekten Rahmen für die gARTen Skulpturen. 

 

Immerhin stecken schon im Spätwinter so manche Mutige wie Schneeglöckchen, Winterlinge, Märzbecher, Christ– und Lenzrosen ihre Köpfchen zwischen dem Laub aus dem nasskalten Erde. Im Laufe des Jahres wechseln sich in dieser Zone viele nicht HORTUS typische Pflanzen ab. Primeln, Lerchensporn, Scheinmohn, Elfenblümchen, Lungenkraut, Glockenblumen, Günsel, Gamander, Annemonen, Waldastern, Fingerhut, Silberkerzen, …. ab. Sie können durchaus Schatten, Wurzeldruck und saure Böden vertragen. Sie sind schön anzusehen und bei Insekten sehr beliebt. So haben meine Damen etwas, woran sie sich erfreuen können.

Wasser im gARTen

Wasser zählt zu wichtigen Naturelementen in einem HORTUS. Die Vogeltränken sind momentan noch im Winterschlaf. Erst wenn die Frostnächte vorbei sind, werden sie gereinigt und für unsere gefiederten Freunde bereitgestellt. 

 

Daneben bietet der Teich, der seit fast 100 Jahren als Sammelbecken für das Grundwasser der umliegenden Gärten dient, einen Lebensraum für Tiere und eine Kulisse für meine Skulpturen. Im Laufe der Jahre haben dort viele Immergrüne für einheimische Gehölzen Platz gemacht. Am Teich wachsen Gagelstrauch, Zimteller, Kupferfelsenbirne und viele mehr. Diese locken das ganze Jahr über zahlreiche Besucher an. Neben Amphibien begrüßen meine Damen auch Reiher, Enten, Eisvogel, Specht, Fledermäuse, Schlangen, Libellen und Schmetterlinge. Sogar ein Kormoran wurde schon gesichtet.

 

Totholz im gARTen

In unserem gARTen dürfen abgesägte Baumstämme stehen bleiben. Mit der Zeit entstehen hier ganze Miniaturstädte. Wer genau hinschaut, kann die Spuren der Bewohner entdecken. Manche der Skulpturen sind mit ihrem belebten Sockel in Laufe der Jahre zu einer Einheit verschmolzen. Sie nutzen den exponierten Platz die ersten Sonnenstrahlen zu genießen.

 

Auch ein Holz- oder Reisighaufen, egal ob groß oder klein, bietet idealen Unterschlupf für Insekten und andere gARTenbewohner.

 

WaldgARTen

Unser gARTen ist vielleicht nicht ein liniengetreuer HORTUS. Doch sicherlich ein naturnaher Waldgarten mit vielen Lebensräumen für Tiere, Insekten, Pflanzen und Gehölze. Es herrscht eine große Artenvielfalt und sowohl Flora als auch Fauna gedeihen wie von selbst. Der gARTen ist nicht nur nutzbringend für Mensch und Tier, sondern ergibt zusammen mit meinen Keramiken ein wunderbares Gesamtbild. Wir genießen die Augenblicke nach getaner Arbeit, um darin einfach nur Spazieren zu gehen.

Wenn auch sie neugierig sind, was sich in den letzten zwei Jahren im gARTen getan hat, sind Sie herzlich eingeladen, mich in meiner Werkstatt zu besuchen.